„Unsere Gespräche sind belastet von Hierarchie-, Silo- und Funktionsdenken“

Mehr Freiraum, mehr Kollaboration, mehr Transparenz, weniger hierarchisches Denken – das wünscht sich Sabine Kluge für die Organisationskultur von Unternehmen. Die New Work Award 2018 Gewinnerin und Vorreiterin für Working Out Loud im deutschsprachigen Raum versteht sich als Reisebegleiterin für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der VUCA-Welt der digitalen Transformation. In ihrer Keynote auf der Zukunft Personal Austria wird sie darüber sprechen, wie abteilungsübergreifende Zusammenarbeit gelingen kann und welche Vorteile das für Unternehmen bietet. Einen Vorgeschmack darauf gab sie im Vorab-Interview.

Teamgedanke kontraproduktiv?

Laut Kluge tragen der weitverbreitete Teamgedanke sowie die „gängige Kultur des funktionalen Expertentums“ zum Silodenken in Unternehmen bei – das hemme Produktivität und Innovationskraft. Stattdessen sollten Diversität und das Zusammenkommen verschiedener Disziplinen gefördert werden.

Doch in den meisten Unternehmen fehle es an einer guten, zielführenden und sachorientierten Gesprächskultur. „Unsere Gespräche in Unternehmen sind belastet von Hierarchie-, Silo- und Funktionsdenken sowie von dem kulturellen Zwang, sich im Sinne der persönlichen Förderung (Karriere) hervorzutun“, so Kluge. Es fehle an Sachlichkeit und Verbindlichkeit.

Lösungsansatz: Working Out Loud

Dabei helfe die Working Out Loud Methode: „Die Haltung „Working Out Loud“ – also offen, hierarchiefrei, funktionsfrei, angstfrei, konstruktiv und auch in der Suche nach Hilfe und Unterstützung über die eigene Arbeit sprechen zu können – ermöglicht es hier, schnelle und gute unternehmerische Entscheidungen zu entwickeln.“  Deshalb empfiehlt Kluge Unternehmen, ihren Mitarbeitern dafür den notwendigen Freiraum zu gewähren. Schon eine selbstbestimmte, selbstorganisierte Stunde gemeinsamer Reflexion pro Woche schaffe ein Gefühl der Selbst- und Mitgestaltung im Unternehmen.

Vernetzung von alt und jung

Die soziale Vernetzung fördere auch die Zusammenarbeit von jungen mit älteren Kollegen. Dabei betont Kluge den Nutzen von Reverse Mentoring: „Junge Mitarbeiter unterstützen erfahrenere, weniger netzwerk-technologie affine Kollegen beim Zurechtfinden bspw. in sozialen Netzwerken. Aber die älteren Mitarbeiter geben durch ihre fachliche Erfahrung und durch ihre lange Unternehmenszugehörigkeit eine ganz starke Identifikation mit dem Unternehmen an die Jungen weiter.“ Das schaffe eine Win-win-Situation: Für die älteren Kollegen, die jungen Kollegen – und das Unternehmen.

Das vollständige Interview mit Sabine Kluge finden Sie auf dem Zukunft Personal Blog

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